Vielen Eltern widerstrebt der Gedanke, ihr Kind kirchlich taufen zu lassen. Entweder sind sie selbst nicht religiös erzogen worden oder wollen ihre religiöse Erziehung nicht unmittelbar auf ihr Kind übertragen. In beiden Fällen kann es trotzdem zu dem elterlichen Wunsch kommen, das Kind taufen zu lassen. Warum? Weil es eine schöne Zeremonie ist, bei der man Freunde und Familie am Glück der Geburt teilhaben lassen kann. Dieser Artikel zeigt, wie eine Alternative zur kirchlichen Taufe aussehen kann.
Was ist eine freie Taufe?
Eine freie Taufe beschreibt eine Möglichkeit, das Kind ohne traditionelle kirchliche Zeremonie taufen zu lassen. Inwiefern ein religiöser oder spiritueller Charakter bei der Taufe trotzdem eine Rolle spielen soll, können die Eltern für sich entscheiden. Die Möglichkeit einer freien Taufe wird von einigen Dienstleistern angeboten, die alles Notwendige rund um die Feierlichkeit organisieren. Dem sogenannten freien Redner kommt hierbei die Rolle des kirchlichen Pfarrers oder Pastors zu.
Er hält eine Rede zur Taufe des Kindes. Alles, vom Inhalt der Rede bis hin zu den verwendeten Symbolen und der Dekoration kann vom frischgebackenen Elternpaar entschieden werden. Im Mittelpunkt soll bei einer freien Taufe nur ein schönes Event stehen, dass ein Zusammenkommen von Freunden und Familie ermöglicht – all jene, die gemeinsam mit den Eltern die Geburt des Kindes feiern wollen.
Es gibt in Deutschland keine gesetzlichen Bestimmungen zum Ablauf einer Taufe, im Prinzip kann also jeder nach Wunsch eine freie Taufe durchführen. Trotzdem braucht es für eine gut organisierte Veranstaltung und eine schöne Rede natürlich die entsprechende Expertise und Erfahrung. Elternpaare, die eine freie Taufe in Erwägung ziehen, sollten ihr Anliegen also einem erfahrenen Profi überlassen.

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Woher kommt die Taufe?
In den vergangenen Jahrhunderten durchlief die Taufe eine äußerst bewegte Symbolgeschichte. Sie war nicht zu allen Zeiten für alle Menschen gleichbedeutend. Religionswissenschaftler gehen heute davon aus, dass diejenigen, die sich in der Frühzeit der christlichen Religion taufen ließen, fest davon überzeugt waren, noch zu Lebzeiten die Wiederkehr von Jesus Christus auf Erden zu erleben. Später wurde der Taufe ein deutlich größerer symbolischer Charakter zugeschrieben.
Im Mittelalter findet sich die Vorstellung, dass dem zu taufenden Säugling mit dem dreimaligen Eintauchen in Wasser mystisch die drei Tage Jesu Christis im Grab vorgeführt werden sollen. Er sollte auf diese Art und Weise erstmalig die Leidensgeschichte von Jesus nachvollziehen können.
Während der Reformation wandelte sich die Taufe zu einer Art gesetzlichem Bund zu Gott. Je moderner die Kirche wurde, desto symbolhafter wurde der Charakter der Taufe. Mittlerweile wird auf das Eintauchen des Kindes oft völlig verzichtet und die sogenannte Tauffrage wird nicht dem Kind, sondern den Eltern gestellt.